Der Bayerische Bildungs- und Erziehungsplan

Informationsplattform des Bündnisses für Familie (Nürnberg)

Auf den Anfang kommt es an

Kindertageseinrichtungen als Bildungsort

Hans Rudolf Leu

- Eine Stichwortsammlung -

 

 

Inhalt des Vortrages

Aktuelle Anforderungen und Erwartungen an frühpädagogische Förderung

Was Kinder mitbringen

Was Kinder für ihr Lernen brauchen

Konsequenzen für die Frühpädagogik und die Arbeit in Kindertageseinrichtungen

 

 

 

Aktuelle Anforderungen und Erwartungen an frühpädagogische Bildung

Effektivierung von Bildungs- und Lernprozessen

Verbindliche Formulierung von Bildungszielen

Nachweis von Bildungsprozessen

„Beschleunigung“ von Lernen

 

Verbesserung der Chancengerechtigkeit

Reduktion der Schulabgänger und Abschluss

Ausschöpfung von Bildungsreserven

 

Was Kinder mitbringen

Herkömmliche Sicht auf Kompetenzen der Kinder

 

Ergebnisse der Kleinkindforschung

Besonders differenzierte Wahrnehmung von Lauten

Wahrnehmung von Gesichtern

Mathematisches Kernwissen

Physikalisches Kernwissen

 

Lernen durch aktive Auseinandersetzung / Konstruktion von Bedeutungen

 

Voraussetzungen kindlichen Lernens

Verlässliche Beziehungen zu Erwachsenen

Sicherheit und Zuwendung als Basis für Explorationsverhalten

Feinfühligkeit und Responsivität als zentrale Interaktionsqualitäten

Gemeinsames Aushandeln von Bedeutungen, Verarbeitung von Erfahrungen und Konstruktion von Bedeutungen

 

Feinfühligkeit

Die „Fähigkeit, in einer Situation anhand der Mimik, der Körpersprache und den Lautäußerungen eines Kindes zu erkennen, in welchem Gefühlszustand es sich befindet und welche Bedürfnisse es auf welche Weise kundtut“. (Pauen 2006)

 

Responsivität

Prompte Reaktion auf wahrgenommene Äußerungen; Eingehen auf Bedürfnisse und Wünsche.

Responsivität ist eine wichtige Voraussetzung, damit Kinder durch ihre Interaktionserfahrungen ein „intimes System wechselseitiger Einflussnahme und Verständigung“ (Andres/Laewen 2005) aufbauen können, das seinerseits Grundlage für die Entwicklung der Erfahrung von Selbstwirksamkeit ist.

 

Verlässliche Beziehungen zu Erwachsenen

Sicherheit und Zuwendung als Basis für Explorationsverhalten

Feinfühligkeit und Responsivität als zentrale Interaktionsqualitäten

Gemeinsames Aushandeln von Bedeutungen, Verarbeitung von Erfahrungen und Konstruktion von Bedeutungen

 

Bindung an konkrete Erfahrungen und Situationen

Ganzheitlichkeit frühkindlichen Lernen

„Beiläufigkeit“ frühkindlichen Lernens

Anknüpfen an Bekanntem

Zeit und Übung als wichtige Voraussetzungen für Prozesse der Umstrukturierung von Konzepten

 

Berücksichtigung der besonderen Interessen und Kompetenzen der Kinder

Interessen und Kompetenzen der Kinder als notwendiger Ausgangspunkt für Lernprozesse

Bedeutung dialogischer Interaktionsformen

„Zumutungen“ durch Erwachsene

Ko-konstruktion unter Kindern

Konsequenzen für die frühpädagogische Arbeit und die Arbeit mit curricularen Vorgaben

Effektivierung von Lernprozessen

Konstruktivistisches Lernverständnis

Vorgabe von Bildungsbereichen

Individuelle Förderung

Systematische Beobachtung und Dokumentation

Beiläufigkeit des Lernens als Grenze von Beschleunigung und Verdichtung

 

Die Finanzwirtin Heike P. hat „ihrem Gordon Rick eine italienische Tagesmutter engagiert, als er drei Monate alt war. Ein gutes Jahr später kam er zu den Little Giants, wo sich englische Muttersprachlerinnen um ihn kümmerten. Seit einigen Wochen besucht der Zweieinhalbjährige einmal in der Woche eine chinesische Linguistin. ´Er weiß, was Mund oder Nase auf Chinesisch heißt. Viel spricht er aber noch nicht. Ich möchte ja auch nicht zu viel von ihm erwarten´.“ (Badische Zeitung, 12.12.07)

 

Verbesserung der Chancengerechtigkeit

Förderung benachteiligter Kinder als besondere Herausforderung

Zusammenarbeit mit Eltern

Begleitung im Schulverlauf

 

Wenn wir Bildung so verstehen, „dann können Kinder dies am vollkommensten in anregungsreicher Umwelt und in vielfältigen Beziehungen, eingebunden in entlastende Rituale, gehalten durch begrenzende Strukturen, begleitet von einfühlsamen, möglichst auch noch heiteren Erwachsenen. In einem ihrem Alter angemessenen und ihnen bekömmlichen Tagesablauf brauchen sie vor allem anderen sehr viel Zeit“ (Susanne Thurn).

 

Qualitätsanforderungen prozessbezogener Beobachtung

Genaue Beobachtung

Kommunikations- und Reflexionskompetenzen

Kenntnis von Entwicklungsverläufen und Förderprinzipien

Konsensuelle Validierung

 

Wichtige Rahmenbedingungen

Anerkannte Professionalität

- Qualifizierung

- Status

- Berufliche Perspektiven

Angemessene strukturelle Rahmenbedingungen

Frühpädagogische Forschung und „Transferstrukturen“