Der Bayerische Bildungs- und Erziehungsplan

Informationsplattform des Bündnisses für Familie (Nürnberg)

Beteiligung von Kindern

 

Inge Vogel

 

Zielformulierung - Leitgedanke

Kinder haben das Recht, an allen sie betreffenden Entscheidungen nach Entwicklungsstand beteiligt zu werden.

Kindertageseinrichtungen stehen in der Pflicht, der Kinderbeteiligung als „gelebte Alltagsdemokratie“ einen hohen Stellenwert und einen festen Platz einzuräumen.

Gelebte Alltagsdemokratie bietet Kindern weit reichende Entwicklungsmöglichkeiten und ein ideales Lern- und Übungsfeld für die unter II.1 BEP genannten Basiskompetenzen

 

Pädagogische Umsetzung

– Verhalten der Fachkräfte im Prozess der Kinderbeteiligung

– Kindgerechte Beteiligungsformen in Tageseinrichtungen

– Kinderbeteiligung ist überwiegend auf Dialog ausgerichtet

 

Handeln „mit“ statt „für“ Kinder

– Beteiligung der Kinder an Entscheidungen

– Mitgestaltung am Lebensraum Kindertageseinrichtung

– Mitverantwortung an Kinder übertragen

 

Formen der Kinderbeteiligung

– Sprachbezogene Beteiligung

– Aktivitäten

Kleingruppenarbeit

Analyse des Tagesverlaufs

Suche nach möglichen Formen der Kinderbeteiligung im Alltagsgeschehen einer Kindereinrichtung. Mit- und Selbstbestimmung der Kinder im Rahmen der gemeinsamen Gestaltung eines Tages muss sorgfältig geprüft werden: Sie sollen damit Kompetenzen erwerben, die später eine eigenverantwortliche und gemeinschaftsfähige Persönlichkeit auszeichnen. Vom morgendlichen „Ankommen“ über die Gestaltung der „Mittagszeit“ fi nden sich viele pädagogische sensible Phasen im Tagesverlauf einer Kita. In Teamgesprächen gilt es die Tagesorganisation zu refl ektieren und „Organisationsstrukturen“ und „Erziehungsmuster“ auszuschalten, die eine Beteiligung der Kinder hemmen würden. Sie müssen durch fördernde „Arrangements“ ersetzt werden.

 

Prinzipien der Projektarbeit

– Lebensnähe, Beachtung des Umfelds, Individualisierung

– Handlungsorientierung: Erfahrung der Selbständigkeit und des entdeckenden Lernens

– Kindorientierung und Mitbestimmung

– Ganzheitliche Kompetenzförderung und Offenheit der Methoden

Fazit der Ideengruppe

• Das Kind strukturiert mit Hilfe der Erzieherinnen seine Lernergebnisse.

• Die Einrichtung muss bewusst Freiräume in der täglichen Arbeit schaffen, um ausreichend Möglichkeiten für Projekte der Kinder zur Verfügung zu haben.

• Die Aktionen der Kinder sollen dokumentiert und präsentiert werden.

• Die Pädagogen müssen lernen und akzeptieren, dass ein Projekt beendet ist, wenn das Interesse des Kindes befriedigt ist.

Die Wertschätzung aller kindlichen Tätigkeiten ist eine grundlegende Haltung für die Erziehung. Der Pädagoge muss im Alltagsgeschehen sehr genau auf Themen der Kinder achten, die er aufgreifen kann.

Für die Fachkräfte der Kindertageseinrichtungen ist die Vorstellung eines Menschenbilds, auf dem ihre pädagogische Arbeit basiert, besonders wichtig. Das fordert eine persönliche aber auch kollegiale Refl exion.

Der Bayerische Bildungs- und Erziehungsplan versteht Erziehung und Bildung als ein auf Dialog ausgerichtetes Geschehen zwischen gleichwertigen Personen. Er ist vor dem Hintergrund eines Menschenbildes entworfen, dass das Kind als ein Wesen ansieht, das auf Selbstbestimmung und Selbständigkeit hin angelegt ist. Mit Neugier und Kompetenzen ausgestattet, erkundet und erforscht es – mit Unterstützung der erwachsenen Bezugspersonen – eigenaktiv sich selbst und die Welt um sich herum und eignet sich dabei Wissen an. Der Bezugspunkt erzieherischen Denkens und Handelns ist daher, das Kind als vollwertige Persönlichkeit, das zu seiner Entfaltung auf vielfältige Anregungen von Seiten der Erwachsenen angewiesen ist.

(Entwurf zum Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplan I.1.4)